DAS MÄRCHEN VON GUN-NARR & GRITCHEN

(1/12) | Weiter

Es war einmal ein kleiner Junge, der lebte mit seiner Mutter und seinem Zwillingsbruder (zweieiig) (welcher niemals nicht in dieser Geschichte vorkommen tut) in einem kleinen Häuschen nahe einem verhexten Wald. Dieser Bursche hieß eigentlich Gunnar, aber alle nannten ihn nur Gun-Narr, und er wußte überhaupt nicht, warum. Aber vielleicht lag es daran, daß er immer rumhampelte und ein scherziges Gemüt war.

Und es war einmal ein kleines Mädchen, das lebte ganz allein gleich in der Nachbarschaft des kleinen Jungen. Es war ganz allein, weil alle Verwandten irgendwo anders wohnten. Dumm gelaufen.
Dieses Mädchen hieß eigentlich Grit, aber alle nannten sie nur Gritchen, weil sie nun mal so niedlich, süß und knuffig war.

Diese beiden waren die besten Freunde und unternahmen alles zusammen. Einmal fanden sie eine große Kiste und sie spielten darin mit zwei Schlägern und einem kleinen Gummiball ein komisches Spiel mit Linien an den Wänden.

Doch es gab nicht nur Schönes in ihrer Freundschaft, auch Unschönes geschah ab und an.
So wie an einem sonnigen Morgen im Frühling: Gritchen weilte daheim, als es bei ihr klingelte, an der Tür. Und als sie öffnete erblickte sie den häßlichsten Zwerg, der je bei ihr geklingelt hatte.

»Meine Augen sind taub, meine Ohren sind blind,
was bist du appetitlich, du schönes Kind!
Komm mit mir, Olaf ist mein Name,
ich mach dich reich, mach dich zur Dame!
Bin Freudenhändler nur für Männer,
Kleine, du wärst bei mir der Renner!
Die zahlen viel für Sex mit dir,
als Vorschuß geb’ ich dir die Münzen hier!
Hab Vertrauen zu mir, sei nicht zickig,
willst du mir nicht folgen? Dich f*ck ich!
Ich brech deinen Willen, du blödes Gör’,
besorg’s dir, so wahr ich’s schwör!
Nimm dies und das und dein Kopf,
getroffen vom Stein mit Moos,
fällt zurück , nun bist du wehr-, hilf- und bewußtseinslos!
Ich nehm dich auf und trag dich fort,
weg von hier, zum sich’ren Ort!
Ab in das Unterholz, da schlepp ich dich hin,
keiner folgt, denn die Hexe ist im Wald darin … !«

Unbemerkt entkam der häßliche Zwerg mit seiner Beute in den Hexenwald. Doch nur kurz darauf kam Gun-Narr daher, sah die offenstehende Tür und rief nach Gritchen. Keiner antwortete ihm und in der Luft hing der Geruch von verwesendem Zwerg. Das konnte nur bedeuten, daß Gritchen von dem berüchtigten Gritnapper Olaf erwischt worden war.

(1/12) | Weiter